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12.11.2022: Annapurna Circuit – Ein paar Abschiedsworte

Im Internet wird oft behauptet, dass die Annapurna Umrundung einer der schönsten und abwechslungsreichsten Treks der Welt sei, dementsprechend hoch waren unsere Erwartungen, als wir unsere Tour vor rund drei Wochen in Besisahar starteten.

Rückblickend können wir nun sagen: Das stimmt und es gab wirkliches Vieles, dass uns sehr gut gefallen hat, aber im Nachhinein würden wir auf die Etappen nach dem Pass wohl eher verzichten und die Zeit lieber in einen Abstecher zum Annapurna Basecamp oder zum Mardi Himal investieren.

Das war schön …

Besonders beeindruckend fanden wir, wie sich die Landschaft im Laufe des Zeit immer weiter veränderte, vom subtropischen Besisahar mit den endlosen Reisterrassen über die schnee- und eisbedeckten Berge des Himalayas rund um den Thorung La Pass bis hin zum engen und windgepeitschten Kali-Gandaki-Tal.

Ein weiterer schöner Aspekt des Treks waren unsere Mitwanderer. Sowohl während der Etappen als auch abends in den Lodges kamen wir schnell mit anderen ins Gespräch und es steigerte die Motivation die Strecke gemeinsam zu überwinden oder zu wissen, dass bekannte Gesichter einen zum Abendessen erwarten. Daher nochmal vielen Dank für die schönen und lustigen Stunden an Theresa und Stefan aus Österreich, Richard aus Denver, Kim und Martijn aus Amsterdam, Michael und Marian aus Südtirol, Jaime aus Chile, Lisa und Hubert aus München, Nina uns Isabel aus Utrecht und Nick aus Santa Fe.

Besonders interessant fanden wir die unterschiedlichen Hintergründe und Lebensentwürfe, die wir im normalen Leben wohl nicht kennen gelernt hätte.

Obwohl wir häufig dasselbe aßen – morgens Tsampa-Porridge mit Äpfeln, mittags gebratene Nudeln und abends Dal Bhat – war auch das Essen ein Highlight für uns. Dieses war nicht nur unglaublich gesund, sondern wurde aufgrund der unterschiedlichen Zubereitungen auch nie langweilig. Zudem gab es ausreichend Energie für die langen und anstrengenden Wandertage. Dies gefiel uns viel besser, als z.B. auf der Alta Via.

… und das weniger

Ein wenig schwierig waren für uns die Etappen nach dem Pass, an denen sich im Internet auch die die Geister scheiden. Während viele behaupten, dass sich diese nicht lohnen und man die Umrundung ab Muktinath oder Jomsom guten Gewissen abbrechen könne, sind andere der Meinung, dass die Abschnitte ebenso sehenswert seien.

Für uns war von Anfang an klar, dass wir auf jeden Fall die gesamte Strecke wandern werden, allerdings sind wir auch jetzt noch zwiegespalten, ob wir dies empfehlen können.

Für die komplette Umrundung gehören die Etappen nach dem Pass natürlich dazu, allerdings verlaufen diese viel auf der stark frequentierten und sehr staubigen Jeep-Piste. Die alternative Trails auf der anderen Flussseite, boten unseres Erachtens landschaftlich keinen Mehrwert. Zwar gab es hier keinen Fahrzeugverkehr, dafür waren die Wege auch weniger gut in Schuss und gingen oft mit deutlich mehr (unnötigem) Höhenunterschied einher.

Zudem beschränkten sich die Aussichten im Kali-Gandaki-Tal bis nach Tatopani auf die gegenüberliegende Seite eines recht engen Tals, was uns persönlich nicht so gut gefallen hat.

Landschaftlich wieder interessanter wurde es dann mit den Abschnitten ab Tatopani, allerdings gehörte der Aufstieg nach Ghorepani und Poon Hill und der anschließend Abstieg nach Nayapul mit jeweils um die 2.000 Höhenmeter auch zu den anstrengendsten Tagen der gesamten Tour.

Post-Pass-Depression?

Wahrscheinlich tun wir den letzten Etappen aber auch einfach unrecht, da sie im Vergleich zu der immer weiter ansteigenden Spannung vor dem Pass nicht bestehen können. In den USA bezeichnet man dieses Phänomen, das oft nach langen Wanderungen, auftritt als Post-Trail-Depression oder Post-Trail-Grief.

Die Überquerung des Passes war für uns einfach der Höhepunkt der Wanderung, auf den wir fast zwei Wochen hingearbeitet haben und sie war – gerade an den Tagen kurz vor der Überquerung – das zentrale Thema. Egal, ob es um das Wetter ging oder darum, ob wir mit der Höhe klarkommen würden, der Thorong La Pass schlich sich immer wieder in unsere Gespräche. Er war die Barriere, die wir überwinden mussten und entschied über Erfolg oder Misserfolg der gesamten Wanderung.

Nachdem die Herausforderung gemeistert war, fiel ganz plötzlich die Anspannung von uns ab und dies lies die Folgeetappen wahrscheinlich einfach unspektakulärer wirken.

Hinzu kam auch noch, dass sich die Regeln für die Lodges und das Essen veränderten und wir uns nach dem Pass auch von den meisten unserer Mitwanderer verabschieden mussten, da diese zu anderen Zielen und/ oder Touren aufbrachen.

Überblick APC

Abschließend seht Ihr hier unseren Trek noch einmal in der Zusammenfassung:

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