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Highway #395: Von Lee Vining nach Death Valley

Die Fahrt auf dem Highway #395 zwischen Yosemite und Death Valley gehört landschaftlich zu den abwechslungsreichsten Roadtrip-Strecken im Westen der USA. Entlang der östlichen Sierra Nevada wechseln sich schneebedeckte Berge, tiefblaue Seen, vulkanische Landschaften, bizarre Tuffsteinformationen und heiße Quellen ab, bevor die Strecke schließlich immer weiter in Richtung Wüste führt.

Besonders spannend ist dabei der Kontrast der Regionen: Während rund um Mammoth Lakes selbst im späten Frühjahr oft noch Schnee liegt, warten wenige Stunden weiter südlich bereits trockene Wüstenlandschaften und sommerliche Temperaturen.

Viele der schönsten Stopps liegen dabei direkt am Highway oder nur wenige Minuten davon entfernt, sodass sich die Strecke ideal für einen entspannten Roadtrip mit vielen kurzen Unterbrechungen eignet.

– Aktualisiert Mai 2026 –

Tioga Pass & Anfahrt nach Lee Vining

Der klassische Ausgangspunkt für die Fahrt auf dem Highway #395 in Richtung Süden ist das kleine Örtchen Lee Vining am östlichen Eingang des Yosemite National Parks.

Sofern der Tioga Pass geöffnet ist, erreicht Ihr Lee Vining direkt aus dem Yosemite Valley über den Highway #120. Bereits entlang der Strecke warten dabei zahlreiche Highlights, die wir Euch in unserem separaten Beitrag Yosemite National Park – Tioga Pass und North Dome Trail zeigen.

Gerade im Frühjahr oder nach frühen Schneefällen solltet Ihr allerdings beachten, dass der Pass häufig noch geschlossen ist oder temporär gesperrt werden kann. In diesem Fall müsst Ihr auf eine der Alternativrouten über die Sierra Nevada ausweichen, was meist deutlich längere Fahrzeiten bedeutet.

Da uns dies im Jahr 2015 passiert ist, müssten wir uns ausführlich mit den verschiedenen Pässen auseinandersetzen. Mehr zu den verschiedenen Ausweichrouten findet Ihr in unserem Beitrag Der Tioga Pass und seine Alternativen.

Lee Vining

Lee Vining selbst besteht im Wesentlichen aus einigen wenigen Motels, Restaurants und Tankstellen, lebt aber vor allem von seiner Lage zwischen Yosemite, Mono Lake und Highway #395.

Gerade für die erste oder letzte Nacht vor der Überquerung der Sierra Nevada ist der kleine Ort daher ein beliebter Zwischenstopp.

Mono Lake

Der erste größere Stopp entlang des Highway #395 ist der Mono Lake, der nur wenige Minuten südlich von Lee Vining liegt. Der riesige Salzsee gehört zu den bekanntesten Landschaften entlang der Strecke und wirkt mit seinen hellen Kalktuff-Formationen fast ein wenig surreal.

Besonders bekannt ist der See für die sogenannten Tufas – bizarre, turmartige Kalksteinformationen, die ursprünglich unter Wasser entstanden und heute entlang des Ufers aus dem See herausragen.

Sichtbar wurden viele dieser Formationen erst, nachdem seit den 1940er Jahren große Mengen Wasser aus dem Einzugsgebiet des Mono Lake nach Los Angeles umgeleitet wurden und der Wasserspiegel dadurch massiv absank.

Der bekannteste Bereich ist das South Tufa Reserve, das Ihr direkt über eine kurze Stichstraße vom Highway erreicht.

Vom Parkplatz führt ein rund 1,6 Kilometer langer Rundweg entlang des Ufers und durch die Tufa-Formationen. Mit Fotostopps solltet Ihr ungefähr eine Stunde Zeit einplanen.

Der Eintritt beträgt aktuell 3 USD pro Person (Stand Mai 2026) und kann direkt vor Ort bezahlt werden, alternativ gilt auch der Annual Pass.  Weitere Infos findet Ihr auch auf der Homepage des Mono Lakes.

June Lake Loop

Nur wenige Kilometer südlich des Mono Lake lohnt sich anschließend der kurze Abstecher auf den June Lake Loop. Die rund 25 Kilometer lange Panoramastraße führt durch eine völlig andere Landschaft und vorbei an mehreren tiefblauen Bergseen, die eingerahmt von den Gipfeln der Sierra Nevada fast schon ein wenig an eine Alpenlandschaft erinnern.

Entlang des Loops passiert Ihr unter anderem June Lake, Silver Lake und Grant Lake. Viele der Aussichtspunkte liegen direkt an der Straße, sodass sich der Abstecher auch dann lohnt, wenn Ihr nur wenig Zeit habt.

Für den kompletten Loop inklusive kurzer Fotostopps solltet Ihr ungefähr 30 bis 45 Minuten einplanen.

Obsidian Dome

Wieder zurück auf dem Highway #395 erreicht Ihr kurze Zeit später die Abzweigung zum Obsidian Dome, einem kleinen vulkanischen Landschaftsabschnitt im Inyo National Forest.

Bei dem rund 20 Meter hohen Berg handelt es sich um einen Lavadom aus Obsidian – einem schwarzen vulkanischen Glas, das durch die schnelle Abkühlung von Lava entsteht. Bereits vom Parkplatz aus sind die dunklen, glänzenden Gesteinsformationen gut zu erkennen.

Wenn Ihr möchte, könnt Ihr auch auf den Dome hinaufklettern, aber seit vorschichtig, die Lavagesteine sind teilweise ziemlich scharfkantig.

Der Obsidian Dome gehört zwar eher zu den kürzeren Stopps entlang des Highway #395, gerade wegen der völlig anderen Landschaft lohnt sich der kleine Abstecher aber trotzdem. Der Zeitbedarf liegt bei rund 15 bis 30 Minuten.

Mammoth Lakes

Südlich des Obsidian Dome erreicht Ihr schließlich Mammoth Lakes, das touristische Zentrum der Region und gleichzeitig perfekter Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen, Seen und Aussichtspunkte entlang der östlichen Sierra Nevada.

Besonders bekannt ist die Gegend für das Mammoth Lakes Basin mit seinen tiefblauen Bergseen, dichten Wäldern und den markanten Gipfeln der Sierra Nevada im Hintergrund.

Zu den schönsten Stopps rund um Mammoth Lakes gehören unter anderem die Twin Lakes, der Horseshoe Lake, der Minaret Vista Point oder – sofern geöffnet – das Devils Postpile National Monument mit den Rainbow Falls.

Da es rund um Mammoth Lakes deutlich mehr zu entdecken gibt, als man an einem klassischen Fahrtag entlang des Highway #395 unterbringen kann, haben wir der Region einen eigenen Beitrag gewidmet.

In Things to do around Mammoth Lakes zeigen wir Euch die schönsten Seen, Wanderungen und Aussichtspunkte rund um Mammoth Lakes ausführlich.

Hot Creek Geological Site

Nur wenige Kilometer südlich von Mammoth Lakes lohnt sich anschließend noch ein kurzer Abstecher zur Hot Creek Geological Site.

Hier tritt durch die vulkanische Aktivität unter der Erde heißes Wasser an die Oberfläche und färbt den kleinen Fluss in intensive Blau- und Türkistöne. Die Kombination aus dampfenden Quellen, hellen Gesteinsformationen und dem klaren Wasser wirkt mitten in der ansonsten eher trockenen Landschaft fast unwirklich.

Direkt am Parkplatz befinden sich bereits erste Aussichtspunkte auf die heißen Quellen. Zusätzlich führt ein kurzer Fußweg hinunter in Richtung Fluss, von wo Ihr die geothermalen Bereiche noch besser sehen könnt.

Auch wenn die Hot Creek Geological Site kein besonders großer Stopp ist, gehört sie landschaftlich definitiv zu den ungewöhnlichsten Orten entlang des Highway #395. Für den Besuch reichen meist schon etwa 30 Minuten aus.

Hilltop Hot Tub

Ein weiterer beliebter Stopp entlang des Highway #395 sind die Hilltop Hot Springs südlich von Mammoth Lakes.

Mitten in der offenen Landschaft liegt hier ein kleiner, circa 28 Grad warmer, frei zugänglicher Hot Pot, der von natürlichen heißen Quellen gespeist wird und einen beeindruckenden Blick auf die umliegenden Berge der Sierra Nevada bietet.

Die Zufahrt erfolgt über die Benton Cross Road und eine kleine Nebenstraße. Vom Parkplatz führt anschließend ein kurzer Fußweg bis zu den Quellen.

Da es sich um eine frei zugängliche Naturattraktion handelt, gibt es vor Ort weder Infrastruktur noch sanitäre Anlagen – genau das macht den Ort aber auch irgendwie besonders.

Bishop

Rund eine Stunde südlich von Mammoth Lakes erreicht Ihr mit Bishop den größten Ort entlang dieses Abschnitts des Highway #395.

Bishop wirkt zunächst deutlich unspektakulärer als die Bergregionen weiter nördlich, als Zwischenstopp ist der Ort aber trotzdem praktisch: Hier gibt es große Supermärkte, Restaurants, Tankstellen und die vermutlich letzte wirklich gute Möglichkeit, sich vor der Weiterfahrt Richtung Death Valley noch einmal mit Vorräten einzudecken.

Gerade auf längeren Roadtrips durch den Südwesten bietet sich Bishop daher gut für einen kurzen Einkaufs- oder Tankstopp an, bevor die Landschaft südlich der Sierra Nevada zunehmend trockener und abgelegener wird.

Wenn Ihr etwas mehr Zeit mitbringt, erreicht Ihr von hier außerdem unter anderem den Ancient Bristlecone Pine Forest mit einigen der ältesten Bäume der Welt, zudem zweigt rund eine Stunde weiter südlich bei Lone Pine auch die Straße zum Mont Whitney ab. Beides Stopps die für uns ebenfalls noch auf der To-do Liste stehen.

Alabama Hills

Kurz hinter Lone Pine erreicht Ihr schließlich eines der landschaftlichen Highlights entlang des Highway #395: Die Alabama Hills.

Die rund geschliffenen Felsen und gewaltigen Granitformationen bilden hier eine fast surreale Landschaft am Fuß der Sierra Nevada und stehen in starkem Kontrast zu den schroffen Bergen im Hintergrund. Besonders beeindruckend wirkt die Gegend durch den direkten Blick auf den über 4.400 Meter hohen Mount Whitney, den höchsten Berg der zusammenhängenden USA.

Bekannt sind die Alabama Hills außerdem als Filmkulisse zahlreicher Western und Abenteuerfilme. Entsprechend führen unzählige kleine Dirt Roads durch das weitläufige Felsenlabyrinth, vorbei an natürlichen Bögen, Aussichtspunkten und ungewöhnlichen Gesteinsformationen.

Viele der schönsten Bereiche erreicht Ihr bereits nach wenigen Minuten Fahrt entlang der sogenannten Movie Road. Selbst ohne größere Wanderung lohnt sich der Abstecher daher absolut.

Weiterfahrt ins Death Valley

Hinter Lone Pine verändert sich die Landschaft entlang des Highway #395 zunehmend. Die Berge der Sierra Nevada verschwinden langsam im Rückspiegel, die Vegetation wird spärlicher und die Strecke führt immer weiter in Richtung Wüste.

Gerade dieser Kontrast macht die Route zwischen Yosemite und Death Valley so besonders: Noch wenige Stunden zuvor steht Ihr möglicherweise zwischen schneebedeckten Bergen und Bergseen rund um Mammoth Lakes, kurze Zeit später warten bereits trockene Ebenen, bizarre Felslandschaften und sommerliche Temperaturen.

Von den Alabama Hills sind es schließlich nur noch rund zwei Stunden bis zum Death Valley National Park, wo mit Mesquite Flat, Zabriskie Point und Badwater Basin bereits die nächsten spektakulären Landschaften warten.

Mehr zu den schönsten Stopps und Aussichtspunkten im Park findet Ihr in unserem separaten Beitrag zum Death Valley National Park.

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Der Highway #395 lässt sich ideal mit einer Rundreise durch Kalifornien, Nevada und Utah verbinden und bildet zusammen mit Yosemite und Death Valley eine der abwechslungsreichsten Strecken im Südwesten der USA.

Mehr zu den schönsten Stopps in Yosemite und entlang der Tioga Road findet Ihr in unserem Beitrag zum Yosemite National Park und dem Tioga Pass.

Weitere Tipps zu Mammoth Lakes zeigen wir Euch außerdem in unserem separaten Beitrag zur Region.

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