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Capitol Reef National Park – Cathedral Valley Loop

Abgeschieden im äußersten Nordwesten des Capitol Reef National Parks liegt das nur über lange Dirt Roads erreichbare Cathedral Valley. Wer Einsamkeit sucht, ist hier genau richtig, denn selbst in der Hauptsaison begegnet man auf dem rund 93 Kilometer langen Loop oft stundenlang keinem anderen Fahrzeug.

Die Landschaft gehört dabei ohne Zweifel zu den spektakulärsten im gesamten Park: Bunte Bentonite Hills, weite Wüstenebenen, massive Monolithen und grandiose Overlooks wechseln sich ständig ab. Und das Beste daran: Die meisten Highlights erreicht Ihr direkt vom Wagen oder nach nur wenigen Metern Fußweg.

Nachdem wir den Loop 2017 einmal wegen eines ungeeigneten Fahrzeugs abbrechen mussten und dann 2022 an einer Sperrung scheiterten, sollte es 2024 endlich klappen.

Mit einem geländetauglichen Wagen, trockenen Bedingungen und einer Portion Optimismus erreichten wir endlich die Monolithen.

– Aktualisiert Mai 2026 – 

Tour Facts
Before you go
Straßenverhältnisse

Der Cathedral Valley Loop gehört zu den anspruchsvolleren Dirt-Road-Routen in Utah. Die Straßenbedingungen ändern sich ständig und hängen stark vom Wetter der vergangenen Tage ab. Während die Strecke bei trockenen Bedingungen teilweise überraschend gut fahrbar sein kann, verwandeln Regen oder Schnee die Route schnell in ein echtes Abenteuer.

Hinzu kommt, dass Ihr – entweder direkt zu Beginn oder am Ende – den Fremont River durchqueren müsst. Die Furt ist normalerweise nicht besonders tief und der Untergrund dank vieler Steine meist gut griffig, nach starken Regenfällen oder während der Schneeschmelze kann die Querung jedoch unmöglich werden.

Informiert Euch daher unbedingt vorher im Visitor Center über die aktuellen Bedingungen.

Wagentyp

Für die Strecke solltet Ihr mindestens ein Fahrzeug mit hoher Bodenfreiheit haben, besser noch einen echten Geländewagen mit Allrad-Antrieb.

Zwar begegnet man unterwegs durchaus auch normalen SUVs, eine wirkliche Empfehlung dafür würden wir allerdings nicht aussprechen.

Wir selbst mussten unseren ersten Versuch im Jahr 2017 mit einem normalen SUV abbrechen, da die Straße für unseren Wagen zu anspruchsvoll war.

Im Jahr 2024 waren wir dann mit einem Jeep Wrangler unterwegs und hatten – trotz einiger tiefer Washs und steiniger Passagen – keinerlei Probleme und konnte den Loop daher auch viel mehr genießen.

Startpunkt

Grundsätzlich wird empfohlen, den Cathedral Valley Loop über die Hartnet Road, die rund 19 Kilometer östlich des Vistor Centers am Highway #24 abzweigt, zu beginnen und den Fremont River direkt zu Beginn der Tour zu queren.

Der Vorteil daran ist, dass Ihr sofort wisst, ob die Bedingungen eine Durchfahrt zulassen und Ihr Euch die Flussquerung zutraut. So vermeidet Ihr das Risiko, erst den kompletten Loop zu fahren und am Ende trotzdem wieder umkehren zu müssen.

Alternativ könnt Ihr den Loop aber natürlich auch – wie wir in 2024 – von Caineville aus starten und die Strecke gegen den Uhrzeigersinn fahren. Das bietet sich insbesondere dann an, wenn Ihr die bekannten Monolithen möglichst früh am Tag erreichen möchtet oder sich das Wetterfenster eher für die erste Tageshälfte eignet.

Solltet Ihr unterwegs feststellen, dass die Bedingungen für Euer Fahrzeug doch zu schwierig werden, gibt es an der Hartnet Junction die Möglichkeit den Loop über die Thousand Lake Mountain Road zu verlassen. Genau das mussten wir bei unserem ersten Versuch tun.

Cathedral Valley Floor (unterer Loop)
Morrison Formations

Von Cainville aus führt Euch die Strecke direkt zu den ersten Badlads-Abschnitten und schon nach wenigen Kilometern verändert sich die Landschaft deutlich und wirkt völlig surreal: Entlang der sog. Morrison Formations leuchten die sanften Hügel in intensiven Farben von Grün über Rot bis hin zu Grau- und Lilatönen, dazu absolute Stille und weit und breit keine Menschenseele.

Bereits auf diesem ersten Abschnitt merkt Ihr, wie anders die Landschaft hier im Vergleich zum Hauptteil des Parks ist.

Temple of the Sun & Temple of the Moon

Nach rund 1 1/2 Stunden Fahrt erreicht Ihr die bekanntesten Formationen des Loops: den Temple of the Sun und den Temple of the Moon.

Das Gefühl, vor den beiden riesigen Monolithen zu stehen, die sich hier völlig isoliert fast senkrecht in die weite Landschaft emporheben, ist schwer in Worte zu fassen und in echt sind die Felsformationen noch eindrucksvoller als auf den Fotos.

Vor allem, wenn Ihr direkt davor steht und den Blick nach oben richtet, wird klar, wie massiv diese Strukturen wirklich sind. Genau dieser Moment – mitten in der völligen Weite und Stille des Valleys – ist bei uns am stärksten hängengeblieben.

An den Tempeln lohnt sich übrigens auch der kurze Abstecher zum Glass Mountain, einer markanten Gesteinsformation, die im Sonnenlicht richtig schön funkelt.

Cathedral Valley & The Cathedrals

Nach den Tempeln führt Euch die Strecke tiefer in das Cathedral Valley hinein. Die Straßenbedingungen werden dabei zunehmend abwechslungsreicher, bleiben bei trockenen Verhältnissen aber grundsätzlich gut fahrbar.

Auf der linken Seite passiert Ihr zunächst die Walls of Jericho, eine massive, eindrucksvolle Felswand am Rand des Tals, bevor Ihr die sogenannten Cathedrals erreicht – mehrere senkrecht aufragende Sandsteinformationen, die dem Valley seinen Namen geben.

Hier startet der 2,4 Meilen lange Cathedral Trail, den wir aus Zeitgründen leider auslassen mussten, es lohnt sich jedoch zumindest kurz zum ersten Viewpoint aufzusteigen, da sich von hier oben ein großartiger Blick auf die einzelnen Formationen und das gesamte Tal eröffnet.

Auffahrt zum Rim & Hartnet Junction

Ab den Cathedrals verändert sich die Landschaft erneut. Die Strecke führt nun langsam und in steilen Serpentinen aus dem Tal heraus und wird steiniger, teils auch deutlich rauer. Je nach Bedingungen ist hier konzentriertes Fahren und ein Fahrzeug mit ausreichender Bodenfreiheit wichtig.

Dafür verändert sich aber mit jedem Höhenmeter der Blick auf die Landschaft in Richtung Cathedral Valley, sodass Ihr die zuvor gefahrene Strecke und die einzelnen Formationen noch einmal aus der Distanz erkennen könnt.

Kurz bevor Ihr die Kreuzung erreicht, passiert Ihr noch den einfachen, aber landschaftlich sehr schön gelegenen Cathedral Valley Campground, der vor allem durch seine absolute Ruhe und die weiten Blicke über das Valley überzeugt.

An der Hartnet Junction beginnt schließlich der obere Teil des Cathedral Valley Loops, wo Euch eine deutlich offenere Landschaft und die bekannten Overlooks der South Desert erwarten.

Exkurs: “Ausstieg” über die Thousand Lakes Mountain Road

Falls der untere Abschnitt aufgrund schlechter Straßenverhältnisse nicht passierbar ist oder Ihr den Loop nicht komplett beenden möchtet, könnt Ihr an der Hartnet Junction auf die Thousand Lakes Mountain Road ausweichen.

Die Strecke führt dann über das Hochplateau zurück zur UT-72 und bietet eine deutlich einfacher zu fahrende, wenn auch weniger spektakuläre Verbindung zurück zur Zivilisation. Wenn Ihr ohnehin weiter in Richtung I-70 / Moab unterwegs seid, kann sie eine gute Abkürzungsroute sein, zurück in Richtung Capitol Reef ist sie dagegen ein eher ein Umweg.

Bitte beachtet, dass Ihr diese Alternative nur von circa Mitte Juni bis Ende Oktober nutzen könnt. Im Winter ist die Straße aufgrund des hohen Schnees und im Frühjahr wegen des tiefen Morast gesperrt.

Hartnet Road (oberer Loop)
Upper Cathedral Valley Overlook

Kurz hinter der Kreuzung zweigt nach rechts die Strecke zum Upper Cathedral Valley Overlook ab. Über eine kurze, teilweise ziemlich holprige und steinige Stichstraße erreicht Ihr den kleinen Parkplatz, von dem es dann nur wenige Schritte bis zum Overlook sind.

Von dort blickt Ihr weit über das gesamte Cathedral Valley mit den Cathedrals und den umliegenden Felsformationen, wobei gerade der Perspektivenwechsel diesen Aussichtspunkt so besonders macht: Wart Ihr eben noch zwischen den Monolithen unterwegs, jetzt schaut Ihr nun von oben auf das riesige Valley und die verstreut wirkenden Felsformationen hinab.

Upper South Desert Overlook

Weiter geht es zum Upper South Desert Overlook, wo es vom Parkplatz noch einmal rund 500 Meter bis zu dem etwa 2.000 Meter hohen Overlook sind.

Hier bietet sich Euch ein völlig anderer Blick auf die Landschaft, denn nun breitet sich plötzlich eine weite, fast flache, aber trotzdem strukturierte Wüstenlandschaft vor Euch aus, die sich gefühlt endlos bis zum Horizont zieht.

Für uns einer der schönsten Stopps auf dem gesamten Loop.

Lower Cathedral Valley Overlook

Als nächstes erreicht Ihr über eine kurze Stichstraße den Parkplatz des Lower Cathedral Valley Overlook. Von hier beginnt der rund 3 Kilometer lange Hin- und Rückweg zum Aussichtspunkt.

Der einfache Weg führt leicht bergauf durch offene Landschaft, bevor sich am Ende nochmal ein weiter Blick über das Cathedral Valley und die Tempel eröffnet.

Eine gute Gelegenheit, noch einmal bewusst innezuhalten und sich langsam von der wunderbaren Landschaft zu verabschieden.

Lower South Desert Overlook

Als nächstes erreicht Ihr den Lower South Desert Overlook, wo Ihr bereits nach wenigen Metern den Aussichtspunkt erreicht.

Von hier habt Ihr einen weiten Blick über das South Desert Valley mit dem markanten Jailhouse Rock, der isoliert aus der Ebene herausragt und sich deutlich von der offenen Landschaft abhebt.

Betonite Hills

Anschließend führt Euch die Strecke weiter durch die Bentonite Hills. Die farbigen, weich geformten Hügel gehören zu den auffälligsten Landschaftsabschnitten der Route und unterscheiden sich landschaftlich erneut deutlich von den vorherigen Stopps.

Besonders das Wechselspiel der Farben – von Grün- und Rottönen bis hin zu Grau- und Lilaschattierungen – macht diesen Abschnitt nochmal zu etwas Besonderem. Zudem sind die Formationen hier deutlich nahbarer als die Morrison Formationen.

Gerade am späten Nachmittag kommen die Farben hier oft besonders intensiv zur Geltung und bilden einen wirklich schönen Abschluss des Loops.

Fremont River Crossing

Im Anschluss folgt die letzte große fahrtechnische Besonderheit des Loops: Die Durchquerung des Fremont River. Die Furt ist in der Regel gut befahrbar und das Wasser meist nur zwischen 30 cm und 40 cm tief, kann sich aber je nach Wetterlage deutlich verändern und zeitweise auch unpassierbar sein.

Vor allem nach Regenfällen oder während der Schneeschmelze solltet Ihr die Bedingungen daher unbedingt vorher prüfen.

Rückfahrt nach Capitol Reef

Nach der Flussquerung erreicht Ihr wieder befestigte Straßen und fahrt durch den südlichen Teil des Capitol Reef National Parks zurück in Richtung Ausgangspunkt.

Gerade nach den abgelegenen Dirt Roads und der völligen Ruhe im Cathedral Valley wirkt dieser Abschnitt fast schon wieder ungewohnt „zivilisiert“.

Gleichzeitig führt Euch die Strecke noch einmal durch die typische Landschaft des Waterpocket Fold, die den Charakter des Parks prägt und einen spannenden Kontrast zum zuvor durchfahrenen Cathedral Valley bildet.

More

Sofern Ihr kein passendes Fahrzeug für den Cathedral Valley Loop habt, gibt es auch im problemlos mit normalen PKWs erreichbaren Teil des Capitol Reef National Parks mehr als genug zu entdecken.

Mehr zur Scenic Route durch den Park sowie zu den schönsten Viewpoints und Wanderungen findet Ihr in unseren Beiträgen:

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