• Menü
  • Menü

8 Highlights im slowenischen Karst

Im südöstlichen Slowenien erhebt sich zwischen Ajdovščina, Vipava und dem Snežnik-Gebirge das gerade mal 25 Kilometer breite und 50 Kilometer lange Hochplateau des slowenischen Karst.

Anders, als beispielsweise der dalmatinische Karst in Kroatien, ist der Karst in Slowenien allerdings keine karge Felslandschaft, sondern die Region ist von Wäldern, Obstplantagen und Weinreben überzogen. Weltberühmt ist das Gebiet insbesondere für seine Karsthöhlen, wie zum Beispiel für die Höhlen von Postojna, ansonsten ist die Gegend bisher touristisch jedoch nur wenig frequentiert.

Schade eigentlich, denn besonders in den drei größeren Gebirgesketten, der Trnovski gozd bei Ajdovščina, dem Nanos bei Vipava und dem Snežnik-Gebirge bei Ilirska Bistrica lässt es sich wunderbar und oft einsam wandern.

Zudem werden in Vipava (ebenso wie in der Brda) wundervolle Weine, oft auch aus regionalen Weinsorten, wie Rebula oder Zelen, angebaut.

Trnovski gozd (= Gora)

Oberhalb der 6.000-Einwohner-Stadt Ajdovščina erhebt sich die Bergkette Trnovski gozd, die eigentlich nur “Gora” genannt wird.

Das Gebiet wird von einer Vielzahl von Rad- und Wanderwegen in allen erdenklichen Schwierigkeitsgeraden durchzogen und eignet sich – wenn nicht gerade Temperaturen von über 30 Grad herrschen – daher wunderbar zum Wandern, Spazierengehen und Radfahren.

Eine der bekanntesten Touren in der Gora führt zum Felsenfenster Otlica (Otliško okno).

Die Standardtour startet am Parkplatz neben der Kapelle in Otlica. Von dort sind es gerade einmal 1,5 Kilometer und knapp 35 Höhenmeter (one-way) bis zu der Felsöffnung.

 

Eine weitere schöne Tour bringt Euch auf den Gipfel des Mali Golak, der mit einer Höhe von 1.495 Metern die höchste Erhebung der Gora ist. Die Standardtour startet eigentlich in Predjama, Ihr könnt die Tour aber auch verkürzen, indem Ihr entweder beim Magnovec oder – noch kürzer – bei Mala Lazna parkt.

 

Wir selbst sind aufgrund der Temperaturen bei Mala Lazna gestartet. Von hier sind es dann noch 4,5 Kilometer und 350 Höhenmeter (one-way) bis zum Gipfel. Die Tour führt nahezu den gesamten Weg durch den Wald und kann daher auch bei wärmeren Temperaturen gut gegangen werden.

Vom Gipfel des Mali Golak könnt Ihr dann ein wundervolles Panorama über die umliegende Umgebung genießen. Es lohnt sich!

Der Zeitbedarf für die Tour liegt bei ungefähr 3 Stunden.

Daneben gibt es in der Gora aber noch diverse weitere Touren. Einige davon findet Ihr beispielsweise auf der Seite Vipavska dolina. Da die kleinen Orten in dem Gebirge gut über asphaltiere Straßen erschlossen sind, könnt Ihr die Wanderungen oft auch verkürzen bzw. verlängern, je nachdem wo Ihr Euren Wagen abstellt.

Nanos

Zwischen den kleinen Örtchen Vipava und Razdrto erstreckt sich mit dem Nanos dann das nächste Karsthochplateau, das sich wunderbar zum Wandern eignet.

Es gibt diverse Gipfel, wobei der höchste mit 1.313 Metern der Suhi vrh ist. Ausnahmsweise zieht jedoch nicht dieser die meisten Wanderer an, sondern der 1.242 Meter hohe Gipfel Pleša, der als der aussichtsreichste Gipfel des Nanosmassiv gilt.

Von Razdrto führt Euch ein wundervoll angelegter Rundweg auf den mit einem Sendemast “geschmückten” Gipfel, von dem Ihr bei gutem Wetter vom Triglav bis zum Golf von Triest schauen könnt.

Die Route verläuft im Aufstieg über einen steilen und etwas schwierigen Pfad, der auch einige leichte Klettereinlagen und seilversicherte Passage enthält, dafür aber wirklich sehr abwechslungsreich ist. Zudem verläuft ein Großteil der Strecke im Wald, was gerade an heißen Tage vorteilhaft ist.

Habt Ihr schließlich den Gipfelhang erreicht, ist es nicht mehr weit bis zum Ziel. Achtet jedoch darauf, dass der weitere Weg nicht über die steile Kiesspur, sondern nach rechts in weitem Bogen bis zum Gipfel verläuft.

Oben angekommen geht Ihr dann an den Sendeanlagen vorbei, anschließend erreicht Ihr die Hütte Vojkova koča na Nanosu, an der Ihr Euch erfrischen könnt. Derzeit (August 2022) wird sie gerade renoviert, Getränke gibt es aber trotzdem.

Der Abstieg führt Euch dann zunächst an der Kirche St. Hieronim vorbei, anschließend geht es schotterig und im weiteren Verlauf dann auch sehr felsig erst am Hang entlang, bevor Ihr wieder in den Wald eintaucht. Nach einiger Zeit wird der Weg dann breiter und deutlich besser, so dass Ihr die letzten Kilometer zurück zum Parkplatz schnell und ohne Probleme hinter Euch bringen könnt.

Eine wirklich tolle Tour, die nur zu empfehlen ist! Der Zeitbedarf liegt bei ungefähr 4 Stunden.

 

Škocjanske jame

Ganz in der Nähe der Stadt Divača, nur wenige Kilometer von der italienischen Grenze entfernt, findet Ihr die Höhlen von Škocjan, die im Regionalpark Škocjanske jame liegen.

Das rund 6 Kilometer lange Höhlensystem, dass aus mehreren Hallen besteht, gehört bereits seit 1986 zum UNESCO-Weltkulturerbe und fasziniert insbesondere aufgrund seiner schieren Größe. Alleine die Höhendifferenz zwischen dem höchsten Eingang und dem tiefsten Punkt beträgt 205 Meter. 

Die Höhlen von Škocjan sind für uns das absolute Highlight der Region und einen Besuch hier können wir Euch nur ans Herz legen.

Genauere Infos zum Regionalpark und der Höhentour findet Ihr in unserem Beitrag Slowenien – Die Höhlen von Postojna und Škocjan.

Lipica

Nur wenige Kilometer von Divača und den Höhlen von Škocjan entfernt, liegt der Ortsteil Lipica, der auch als “die Wiege der weißen Pferde” bezeichnet wird.

Bereits seit dem 16. Jahrhundert werden hier die berühmten Lipizzaner, die nach dem Ort benannt wurden, gezüchtet und das Gestüt ist nicht nur das älteste Europas, sondern auch das größte Lipizzaner-Gestüt der Welt.

Das Gelände kann besichtig werden, zudem werden diverse weitere Optionen, die von einer reinen Gestütbesichtigung bis hin zur Teilnahme an einem der offiziellen Trainings oder Aufführungen gehen, angeboten.

Egal, wofür Ihr Euch entscheidet, ein Besuch hier ist wirklich kurzweilig und kann auch Nicht-Pferdebegeisterten empfohlen werden.

Detaillierte Infos zu dem Gestüt findet Ihr in unserem Beitrag Slowenien – Lipicia.

Höhlen von Postojna

Das Highlight im slowenischen Karst sind mit Abstand die Höhlen von Postojna, die in Deutschland auch unter dem Namen Adelsberger Grotte bekannt sind.

Über 38 Millionen Besucher haben die Höhlen bereits besucht und jedes Jahr kommen rund eine halbe Millionen Besucher dazu.

Ihr könnt die Höhlen im Rahmen von 1 ½-stündigen Führungen besichtigen und dabei die bis zu 16 Meter hohen Stalagmiten und bizarren Tropfsteinformationen bewundern.

Wollt Ihr mehr zu den Höhlen von Postojna und zu der Tour wissen? Dann schaut doch in unserem Beitrag Slowenien – Die Höhlen von Postojna und Škocjan vorbei, hier findet Ihr alle wichtigen Informationen.

Rakov Škocjan

Circa 4 Kilometer westlich der Stadt Cernica liegt die rund 6 Kilometer lange Schlucht Rakov Škocjan, die bereits seit 1949 durch den Regionalpark Notrajnska geschützt ist.

Ihr könnt die Schlucht mit ihren diversen Höhlen und Felsbrücken auf verschiedenen Wegen und/ oder auf dem Waldlehrpfad erkunden und dabei je nach Lust und Laune nur die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, wie z.B. die Mali naravni most, die Veliki naravni most oder die Zelške jame, besuchen oder Euch hier den ganzen Tag treiben lassen.

Cérkniško jézero

Ebenfalls in der Nähe von Cernika liegt der Cérkniško jézero, Sloweniens größter Karstsee und einer der größten Sickerseen weltweit. Im Sommer versickert nahezu sein gesamte Wasser und kehrt erst im Herbst nach ausgiebigen Regefällen wieder zurück.

Der See befindet sich, ebenso wie die Schlucht Rakov Škocjan, im Regionalpark Notrajnska.

Die Gegend um den See herum könnt Ihr auf verschiedenen Wanderwegen erkunden, da der See bei unserem Besuch jedoch gerade kein Wasser führte, haben wir diesmal darauf verzichtet.

Križna jama

Rund 20 Minuten von Cernica entfernt liegt die Križna jama, die zu den schönsten Wasserhöhlen des Landes zählt und ebenfalls durch den Regionalpark geschützt ist.

Nahezu das komplette Höhlensystem besteht aus diversen miteinander verbundenen Seen, die teilweise im Rahmen von geführten Touren mit Booten besichtigt werden können. Zudem ist die Höhle bekannt für ihre Knochenfunde von Höhlenbären.

Da das Höhlensystem sehr fragil ist, sind in vielen Bereichen der Höhle nur sehr wenige Besucher im Jahr zugelassen. So sind beispielsweise die Besucherzahlen auf der 7-stündigen Touren bis zum Crystal Mountain auf 100 Besuchern pro Jahr beschränkt und sie finden auch nur statt, wenn die Bedingungen in der Höhle, insbesondere der Wasserstand der Seen, passend ist. So kann es schon mal passieren, dass man zwei Jahre auf seine Tour wartet und diese – wie im gesamten Sommer 2022 – dann wegen Wassermangel abgesagt wird.

Glücklicherweise gibt es jedoch auch Touren, an die Ihr problemloser buchen könnt, so zum Beispiel die 1 ½-stündige Tour auf den Ersten See, die im Sommer alle 2 Stunden stattfindet und nicht reserviert werden muss. Die Kosten betragen 12,- EUR pro Person.

Wollt Ihr zusätzlich zu dem Ersten See, auch noch den sogenannten Bärentunnel, wo unzählig viele Knochen von Höhlenbären gefunden wurden, die hier einst ihren Winterschlaf verbrachten, besuchen, müsst Ihr vorher per Mail oder Telefon einen der wenigen Plätze reservieren.

Im Sommer gibt es täglich zwei Touren, an denen 12 Besucher teilnehmen können. Die Kosten liegen, wenn die Tour ausgebucht ist, bei 18,- EUR pro Person, können aber höher werden, wenn Ihr weniger Teilnehmer seid.

Übrigens verfügt die Höhle weder über elektrische Leitungen, Licht noch befestigte Wege. Vor der Tour gibt es daher für alle Besucher erst einmal Gummistiefel und Lampen.

Die Tour in der Križna jama hat uns unglaublich gut gefallen, auch, wenn der Erste See bei uns nur noch sehr wenig Wasser geführt hat. Die Unberührtheit und die Größe der Höhle war, gepaart mit den Überresten der riesigen Höhlenbären, ein echtes Erlebnis. Außerdem war unser Guide sehr motiviert und hat während nahezu der gesamten Tour tolle Erklärungen gegeben.

Weitere Infos zu den Preisen und den Touren findet Ihr auf der Homepage der Križna jama.

More

Neben den hier vorgestellten Highlights gibt es im slowenischen Karst noch diverse weitere sehenswerte Orte, die wir selbst noch nicht sehen konnten. Plant Ihr länger in der Gegend zu bleiben, könnt Ihr beispielsweise zusätzlich noch Abstecher in das Bloke-Plateau oder das Snežnik-Gebirge in Betracht ziehen.

Sofern Ihr noch andere Gegenden in Slowenien besuchen möchtet, können wir Euch einen Besuch im Triglav Nationalpark und/ oder im Soča-Tal nur empfehlen.

Ideen für weitere Stopps inklusive Routenbeispiele findet Ihr in unseren Beiträgen 15 Tage in Slowenien – Ein Routenbeispiel und 14 Tage in Slowenien – Ein Routenbeispiel für Wiederholungstäter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert